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Kcnctaphium
Zuerst an Reichthum eines gegenwärti-gen lebendigen Inhalts. Alle Gesänge derLiebe, die Horaz entweder nach griechischen Vor-bildern oder aus eignen Veranlassungen dichtete,und in welche er die größeste Abwechselung von Si-tuationen brachte, gehen bei unscrm Dichter in einandächtiges, zärtliches Lob der heiligen Jung-frau zusammen, auf welche er zwar allen Schmuckder Dichtkunst legt, indem erste bald als M utter,bald als die Liebe selbst, bald als seine un-sterbliche Hoffnung, als Göttin undMuse, als Diana, Hygiea, die Himmels-königin, die Schutzgöttin seines Lan-des singet; mit Allem aber kann er nicht verhin-dern, daß sie blos ein Ideal bleibet. So stehenauch seine heroisch-lyriscben Gesänge anGröße des Inhalts, nicht an Genie und Kunst, denRömischen nach. Sein München konnte er nichtin die Hauptstadt der Welt, Rom; seinen großenMaximilian nicht in einen Casar-Augustus um-schaffcn; die Herrlichkeit der römischen Welt, dieReihe großer Thaten, die Rom vcllführc, die Cha-raktere, die es gezeigt und erprobt hatte, bleibenseiner Nordischen Herrlichkeit überlegen, selbst wenner bis zu Skanderbeg, Johann von Oe-sterreich und Hunniades hinaufsticg, unddazu noch aus England den Thomas Morusborgte *). An einem Mäcenas des Horaz fehltees ihm in Deutschland ganz und gar; so wie aneinem Virgil, Ti bull u. a. als Zeitgenossen
) I-xr. Oä. 3. 3g. ho. hi. Terpsich. x> 7 .