des Dichters Jakob Balde, 235
ich hundertmal gehört! das steht im Horaz besser!"Oder er muß sein Vorbild verlassen, und seinesWeges gehen; er muß sich über das Gemeine hin-wegschwmgcn, wenn blöde Augen ihn auch aus demGesicht verlieren sollten, und hiebei die Stimme derAristarchen nicht achten." --
So dachte unser Dichter, und glcbk seinem-.Lehr-linge nach Worten des Horaz in seinen Sermonenund Briefen einzelne vortreffliche Lehren *). Wirwissen also, welche Norm er sich selbst verhielt;mit ihr wollen wir seine eignen Gedichtedurchgehn, wie er sie selbst geordnet zu habenscheinet **),
9 -
Gleich dem Horaz hat Balde seine lyri-schen Gedichte in vier Bücher und EinBuch Epoden geordnet ***). An Zahl der Ge-sänge übertrifft er den Römer bei weitem, vielleichtauch an Rcjchthum eigcnthümlicher Wen-dungen und an dem, was man genialischeEomposition nennen könnte; natürlich aber ste-het er ihm in sehr wesentlichen Dingen nach.
H l'. Ilt. x. 18,
*') Lalcle poemat, Lylon- l66y,*") I. I,xriy.