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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 14 (1821) Terpsichore
Entstehung
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234
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Kenotaphium

suchten Nachlässigkeit. So sagt man, unddies müssen wir glauben. Täglich also er-greifen auch die kundigsten Meister sein Saiten-spiel, irren hie und da auf demfelben leicht umher,und singen -Horazisch. Ob Horaz aus bloßerLiebe zur angenehmen Ruhe sich nicht immer ganz,wer er sey, habe zeigen, ob er seinem Saiten-spiel nicht alle Sorgfalt habe widmen wollen, dieihm gebührte? So viel ist gewiß, daß ihm zuwei-len sehr laue Verse entwischen, die, wenn sie einNeuerer geschrieben hatte, schwerlich also bewundertund gepriesen würden."

Wie nun? hat uns sein großer Ruf unserfreies Urtheil, unsre Wahl benommen? Sollenwir blos verehren, seine Phrasen als Heiligthümerumhertragen, seine lyrischen Wendungen unabläßigwi derholen? Auch dann werden wir, wenn wirdie Gräcismen abziehen, bald mit ihnen fertig seyn:denn unermeßlich ist dieser Hausrath nicht *)."

Wie nun? Entweder also muß HorazensNachahmer dieselben Artigkeiten immer wiederholen,und seinen Dichter gleichsam nur parodiren; dawird man ihm denn mit Recht sagen:das habe

*) Hier führt Balde ein Berzeichniß HorazischerAusdrücke an, die theils vorzüglich glücklich sind,theils in aller Nachsinger Munde waren, D. 117.x. rb. Im Deutschen könnte man eine gleichePhraseologie anführen.