des Dichters Jakob Balde.
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tator lieat das heilige Dunkel der Dichterwie im Mittagsglanze vor Augen; er zahlt die Verseauf den Fingern her, erklärt ihren Nachdruck, setztihre Dichtungen aus einander, als ob er sie erfun-den hatte. Laß ihn erfinden, laß ihn dichten; hierist seine Kunst zu Ende. Er schreibt vom Lorbeer;er erkämpft sich aber keine Lorbeerkrone. Hier giltcs nicht, ein Virgilianer, wie dort ein Aristotelikcr,zu seyn; du mußt selbst ein Virgil werden, da-mit deine Statue neben der Seinigen stehe und deinGedicht wie das Seinige auf menschliche Gemächerwirke. In der Philosophie sucht man Wahrheit,nicht Neuheit; die Poesie will neues Vergnügen,neue Dichtung, sie will S elb st erst n d u n g.Wir sollen Muster nachabmen, daß wir selbst Mu-ster werden. Der Wein der Alten soll inunserm Kelch mit neuer Anmuch duften."
„Hier liegt die Sache. Verlassest du die aus-getretenen Fußtapfen deiner Vorgänger nicht: so
bleibst du ein Nachtwandler, cjn Nomo. Manwird Dir sagen: „in Horaz, Virgil, Lucanhabe ich langst dasselbe gelesen; wozu also es nocheinmal sagen?" Als einem Räuber fremder Ge-danken und Worte wird man Dir ein Kreuz vor dieThür stellen, und Du hasts verdienet. Blos fremdeGedanken und Worte borgen, nichts Eignes wagen»nichts selbst ausdenken, auch sogar keinen eignenAusdruck; wahrlich das zeigt ein dürftiges * emüth,einen Sklaven und Bettler an, nicht einen Freige-bohrnen und Dichter."
„Bei den Griechen heißt der Dichter ein Schö-pfer. Er schaffet sein Werk wie Gott die Weltschuf, aus dem Nichts; mächtig rufet crs aus