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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 14 (1821) Terpsichore
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Kenctaxhium

Lasse man also den lateinischen Balde mitseinen deutschen Versen unvcrspottct; selten dich-eteund schrieb Ein Autor in zweien Sprachen gleichgut. Welch ein Deutsch z. B. schrieb Melanch-thon? welch ein Deutsch mancher andre großeGelehrte! der größeste A'lgebraist unsres Jahrhun-derts soll Balde für den qrößesten deutschen Dich-ter gehalten und mit unsäglicher Lust Verse von ihmangeführt haben; wahrscheinlich hatte er selbst ähn-liche Verse geschrieben. Mögen die Baldischen deut-schen Verse uns zeigen, aus welcher Tiefe wirDeutschen uns haben heraufarbeitcn müssen, undwas für ein neues Ding bei uns der gute Ge-schmack einer reinen deutschen Schreibart sei).Vielen Standen ist er noch jetzt fremde.

Viertens. Wenn Balde seiner Lage nach,einer ausgebildeten Muttersprache entbehrte, so mußteer in solcher vielleicht einer noch größeren Wohltharentsagen, der Liebe und Freundschaft. Ncth-wendig galten in einem Jesuitercolleoium viele Ste-llen, die Horaz beschreibt und schildert, als La-sterscenen des Heidenthums; als solche lernte sic derJüngling ansehen, und ward vor ihnen gewännet.Lojola nämlich hatte seine Liebe einzig der Jung-frau Maria gewidmet; Sie halte er allen seinenritterlichen Ordenseenossen, zur Braut ihres Her-zens, zur Dame ihrer Gedanken verordnet. AuchBalde hat an sie die zartesten Seufzer gesandt,ihr in Lobpreisungen und Wünschen die schönstenKranze gewunden. Verzeihe mir die heiligeJungfrau, daß ich ihr einige dieser Kranze entwandt

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