des Dichters Jakob Balde. 209
Ucbcr dies Klima ist er mebrmals so ergrimmet,daß er sich ia Gedanken, auf den Fittigen seinerMuse, in die Lst- und Südwclt, nach Eonstanti-nopcl und Aegypten hin verseht, und seinen aufge-brachten Genius dadurch gleichsam tauschet, a) Die-sem und andern Ausflügen seiner Phantasie, die erEnthusiasmen nennet, baden wir mehrerestarke Oden zu danken, bei denen man cs fühlt,„der Dichter wollte sich vergessen; er wollte sichselbst entfliehen;" immer aber waren diese Ausflügenur Täuschungen seines Eckels, seiner Langenwcile.Aus Eonstarttinopel und Aegypten kam er nachDeutschland in sein Bayern zurück, und ersankmatt in sich selber. Dann erhob er seine Stimme,und predigte andern, daß man sich selbst nicht ent-fliehe, wenn man auch an den Ganges entflöget)).
Auster dem Klima waren einige damals herr-schende Sitten Bayerlandes unserm Dichter nichtfreundlich. Um gesund zu seyn, war ibm die streng-ste Diät nothwendig; die Magerkeit war also seineMuse, die er pries und anpries; a) keinen trifft
L) 1 -. I. L. Itl. Ocl. 47. r.. IV. Och 26.k) Terpsich. S. 17/,.. und sonst. Eine ausführlicheBeschreibung des bayerschen Klima enthält diei8. Ode des g. B. seiner Wälder, wo er esnach Monaten hererzählet.
e) Lerpsichore, S. 84. 85 . S> i>8. I^r. l,.
VIII. Ocl. 2. cwnviviis Oermnnnr.
Herders W.Lit.u.Kunst. XIV. O