Lyrische Gedichte,
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Philomcle an ihre Schwester Progne.
Waren Tauben voreinst der Liebe Boten, warumsoll
Philomele dir nicht bringen ein freundlichesLied,
Schwester Progne? Sie kann dir nicht mehr sin-gen im Haine,
Dickerer Erdenluft tönet die Stimme nichtmehr.
Aber sin stummes Gewand kann sie dir zeigen; duliesest
In ihm, was dir entfernt deine Getreuestespricht.
Schwester Progne, wir liebetcn uns und wählten
verschieden;
Du die gerauschige Stadt, ich mir den einsa-men Hain.
Da schwang ich mich empor zu diesen stilleren Hai-nen ,
Wo kein Räuber uns mehr, keine der Klagenverfolgt,
Wo mit dem Adler die Taube scherzt, und die stei-gende Lerche,
Selbst das Zeistchen nicht Kranich und Geyererschreckt;
Wo kein Rabe mehr krächzt, kein Sperling buhlet,und nicht mehr
Euer erfabelte Schwan singet den Sterbegefang.
Städte, wie du sie liebst, sind nicht in unserenAuen;