L v r i sc h e G e d i c h t e.
Wie sich die Sonne neiget, celeichtert die stark-veklommne Brust sich;
Elegieen verfließen in süßere Sapphische Gesänge.
Zartlia) fragt sie, redet sich an, und erwiedcrt sichdie Antwort,
Halt jetzt inne, strömet hervor Melodicen; denn dieSonne
Sinket; ihr Ende naht. Nun stimmet, sie stimmt
das Schwanenlied an.
Unter ihr murmelt der Bach; es träufelt der Regen.
Sehr, die Sonne
Weilet; Hefpcrus lauscht; es lauschet in süßen Sr-m-pathiecn
Rings die Natur. Und die Künstlerin steigt zur
höchsten Füll' und Einfalt
Aller Lust des Gesanges, bis mit zersprengter Brust
vom Aste
Sie danieder sinket und schweigt. — Ein Saiten-spiel des Sängers,
Der ihr lauschte, fanget sie auf. Es belebt' ihr
letzter Athcm
Seine Saiten; er singet den Grabegesang ihr und
mit Thranen
Sehet er ihr die Schrift: „Hier ruhet sie, Attiswar ihr Name,
Königin aller Gesänge: sie ruht imstummen Grabe."
Mutter und