Lyrische Gedichte. 179
Der Himmel droht mit Blitzen; erwarte sie!
Dich reizet Wollust; Eile, vermeide sie!
Dir schmeichelt Glück; tritt sanft zurücke.Waffen des Unglücks ertönen; lache.
Du bist in Gnaden; werde vorsichtiger!
In Ungnad'; 0 so liegest du im Triumph.
Du wirst erhoben; steige langsam.
Niedergcdrücket; ertrag' cs beugsam.
Der Feind verhöhnt dich; denke, du sahests
nicht.
Es schmerzt; cs muß nicht schmerzen. Was Hauff
ich noch
Vergebens Worte? Nur durch TugendWirst du bestehn, nur in Tugend glücklich.
Hoffnungen.
Wer den Hoffnungen sich zu sehr vertrauet,
Ist ihr Sklave; wie oder wird es werden.
Mir geliebct des sanfter» Mittelglückes
Daurender Wohlstand.
Wer die Seele verschwendet, ist der größteSchwenker. Ueber die Ufer gießt er wild ausSeine Wünsche. Des Lebens Glück und WeisheitKennet nur Ufer.
M 2