178 Lyrische Gedichte.
Den Sturm bezähme, wo du ihn leise fühlst;Ein niedriges-verachtet, ein Kluft-GcmülhMag Ehre gern hinüber springen.
Allen scy milde; nur einig Dir hart.
Der gute Ruf lieg' innig am Herzen dir;
Doch fremde sey dir jede vermeßne Stirn,
Und wie das Glück die Würfel auswirft,Glaube nicht, jeder der Glückeswürfe
Soll Dir gerathen. Purpur verändert oftDie Farbe. Sterne glanzen und sind bedeckt;
In Jahreszeiten theilt das Jahr sich,
Also der Hof auch in Hofeszeiten.
Der größte Theil des Glückes (so meyn' ich,) ist,Daß man dem Glücke minder und minder trau'.Wer unvcrborgen gern' und lieberWare verborgen, der Mann ist weife.
Du weißt, am Hofe glättet den Boden man,
Um leicht zu fallen. Selber die Stiegen sindBon Glase, daß man oft hinauffallt,
Aber noch öfter hinunter gleitet. —
Doch mehr als Alles, achte genau auf Dich;
Was Du nicht selbst kannst, möge das Schicksal
thun;
Vergebens nagt am Herzen Sorge,
Schmerzen vermehren sich mit den Schmerzen.