Wunder der Liebe.
Wunderbar ist die Liebe, blind und sehend,
Sehend - blind ; in die Fern'am stärksten brennend,In der Nähe, der langen nächsten Nähe
Leise verlöschend.
Reich an Thränen, Key oft wie trockncm Herzen!Und in Thranen erglüht die Zaubcrfackel,
Die das Licht dir entnimmt, und heftig lodernd
Schneller zu Staub wird.
Weise Rosen erspäht der kühne Räuber,
Die er bald wie Violen und NarcissenFärbet. Selten enthüllt der schöne Amor,
Selten die Stirn sich;
Schwimmt im Trocknen, flieget ohne Flügel;
Klein und mächtig; er schießt gewaltge Pfeile,
Deren Einer so oft das Herz des stärksten
Mannes erlegte.
Meynest du, er verschieße sie vom Bogen?
Ach ein winkender Blick, ein Hauch der LippeWar sein Pfeil; und der Bogen zwo vcrschlungne
Liebende Arme.