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Lyrische Gedichte.
An den Schlaf.
Des Todes sanfter Bruder, der, aus dem Reich
Der Schatten schlüpfend, nur dem gebrochenen,
Dem sinkenden, gcschloßncn Auge
Dämmernd erscheinet; ein mächkger Jüngling,
Der jedem Kummer, der uns dem Gram entnimmt,
O Schlummer, wende, wende den Blüthenzweig,Mit seinem lindernd-süßen Balsam
Sanft zu bethauen auch meine Schlafe.
Geliebte Gottheit, die dem ermüdeten
Gebein Erquickung schaffet und Lebenskraft,
Die uns den Ueberdruß der TageLeise verwischt und uns neu verjünget.
Schon blinket dort der fröhliche Abendstern,
Schon stellt die Nacht ihr glanzendes HimmelschorIn Reihen; auch Apollo's SchwesterTritt die uns nähere, sanfte Bahn an;
Befiedert ruhn im Köcher die schmetternden
Gesangespfeile, denen die Luft erklang;
Der Stier mit heimgekehrtem PflugeRuht und erathmet sich neue Kräfte.
Es schweigt die Welt; es schweiget der Aethcc, kaum
Noch athmend. Holdes Schweigen! Und mich nur
flieht
Die Ruhe? mich, dem tiefe Schmerzen,
Klebende Sorgen die Brust zernagen.
Was weilst du lange, süßer, geliebter Freund?
Wenn je ich deine Gaben, (ich weiß cs nicht,)Gering geschätzt, verzeih' dem Armen,
Der Las Vergehen zu streng schon büßte.