i5/, Lyrische Gedichte.
Ernst wie Brutus, und streng, strenger als Ente
selbst;
Werd' ein Tullius; doch erst dir! —
Nicht von außen, in dir fange die Beßrung anDeines Staates; in dich hineinWirf den Donner des Rechts und der Beredsamkeit.
Rom laß Rom, und die Welt laß WeltBleiben; schaue du nur gerad' in den Spiegel. DaSteht der Gegner des Kapitols.
Ihm entgegen tritt auf, der den AntoniusTief im innersten Busen hegt,
Ihm entgegen tritt auf, halte PhilippischeReden, Vater des Vaterlandes! —
Wenn her Tag dir entschlüpft, wenn dir das stille
Herz
Schnöde Gräuel und Schulden zeigt,
Dann erhebe das Wort, frage: „Warum du dich,Du ein Edler, den NiedrigenZugeselltest? Warum du den UnschuldigenWürgtest? Keusche beleidigtest?
Zogst die Wollust dem Zevs, Frevel der Tugend
vor,
Gabst dem Pöbel, der Buhlerin,
Preis dich — Lictor , herbey! Denn der Beklagte
will
Nicht gestehen; die Fasten her!" —
Also rede für Rom, und du wirst Vaterlands,Wirst ein Vater dir selbst erst styn.