Lyrische Gedichte. 149
Oder in wessen Gestalt er erscheine. —
Weis' und behend' in nützlichem Rath, der im Rechte
den Punkt trifft,
Und in der Freyheit offenen SpracheTreffliche Worte strömt, wie Jupiters goldenen Re-gen —
Sollt' ihm ein Baum nicht blühen, dem Manne,Den die Ehre gesucht, der nie die Ehre gesucht hat,
Die ihm Tugend allein zusührte.
Daphne, bewahre dies Wort, das der Wahrheit
heilige Hand schrieb,
Und dir Apollo's Leyer verkündet.
Grüne mit diesem Wort, so lange die Donau
strömet.
Jede Napäe, die dich beleidigt,
Bleib' ein daurendes Jahr von jeglichem Fest? ge-sondert!
Wenn dir ein Satyr, wenn dir cin Bock naht,Büße der Satyr cs schwer in den Wellen, der Bock
an dem Altar! —
Aber Ihr, holdselige Nymphen ,
Schwestern der Musen, kommt! Schleicht her mit
silbernen Füßen,
Daß ich euch meinen heiligen Baum hierAnvertraue. Bekränzet ihn schön mit Rosen und
Veilchen;
Nährt mit ambrosischem Saft ihm die Wurzeln.Kommt, ihr Nymphen, ich hange die Either an
meinen geliebten
Baum, und ruh' in seiner Umschattung.