Lyrische Gedichte.
Meine dürre Gestalt prüftest du oft und lang',Warfst mit letzter Gefahr nieder zu Boden mich;Dank dir, daß du damit mir in dem Kerker schonLeicht die Fessel und los gemacht.
Fahre weiterhin fort; siche, so stiegt der GeistAuswärts: denn er ist frei. Drohe mit hartrer Pein;Auch sie machet die Zeit, oder der Tod mir leicht;
Leicht die Zeit, und der Tod sie kurz.
Wenn mein Nache zerfällt, wenn ihm der LüfteSturm
Und die Welle des Meers Segel und Mast undBoort,
Ruder, Steuer entreißt, bleibet mir Eines noch;
„Schwimme!" rufet die Noth mivzu,
O wie wird das Gemüth , (rufet die letzte Noth,Ruft das höchste Gesetz: „Schwimme!") wie wirdes groß!
Warum soll ich den Tod fürchten? Er kam und
sich.
Er, der Linie letzter Punkt.
Gelten Meynungen dir, oder die Wahrheit? —Ganz,
Ganz verdampfen wir nicht in die gemeine Lust.Dem Verdieneten bleibt Leben; die Lebensform
Scheint zu schwinden, und wechselt nur,
Unsre Fabel, gespielt wird sie und ausgespiclt.Völker, Reiche, die Welt spielen die Fabel; oftJsts die kürzere nur, selten die längere,
Die uns schön und die schönste deucht —