Lyrische Gedichte. 97
Mutter und Kind.
Jungfrau, der ihr Knabe dies Himmels-Antlitz,
Und Sich selber verlieh, scy mir gegrüß.t!
Viel Gelübde danken dir hier ; es flehn dirViele Gebete
Schutzgcttin der Gebeugten, wende gnädigDessen Herz, den im Arm du tragest, zu mir-Nicht mit Worten; du darfst mit Einem holdenBlick ihn nur anschaursi
Die Langsam-Sterbende *)r
Der Bach des Lebens rieselte sanft hinab >
Da hoben neue Freuden die Seel' emporDer Sterbenden; und ihre Seufzer
Wurden zu Tönen: So sprach die Heil'gb:
„Verweilst Du? Du mein Leben, 0 süßer Tod!Sieb, Schmerz und Krankheit, Deine Gesandten unßBrautwerberinnen, zierten längst schonDeine Geliebte. Die Kranze duften,
Es flammt das Dehl der heiligen Lampe; dieVestale wartet! — Flamme der Jugend nicht;
Es brennet sie der Reif der Jahre,
Eisiger Winter wird in ihr Flamme.
Die heilige Genovefa von Paris. (H.)Herders Werke: Lit. u. Kunst. XIV: G