gß Lyrische Gedichte.
Und wacht vor ihrem Tempel hier,
Neiget das Haupt und bewegt die Arme Mit süßemVerlangen,
Und grüßt mit sanftem Säuseln sie.
Könnte dein Dhr vernehmen die zarten Worte derBlatter;
Du Höretest ihr Ave noch.
Und sie winket den Pilger in ihre Schatten; sieküdlt ihn
Vom Sonnenbrände, decket ihnWie sic im Leben gcthan, mit duftenden Zweigen;
sie labt ihn
Mit Blükhen himmlischen Geruchs.
Höret ihr nicht, wie sie jetzt dem Ehorgesange desTempels
Zulispelt? wie ein hcilger SchaukSie ergreifet? Auch schonet der Blitz die heiligeDaphne;
Wer einen Zweig von ihr empfing,
Fürchtet Jupiters Strahlen nicht mehr. Der um-liegenden Gegend
Heißt sic die hei lige Linde jetzt. —
Nach dem Tode zu leben, ist Etwas, singen dieDichter;
Ein blühend Leben lebet sie.
Mutter