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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 14 (1821) Terpsichore
Entstehung
Seite
95
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Lyrische Gedichte.

ö6

Und umkcanzte die Göttin mit Waldesblumen , mitBlüthen

Der Linde, die sie ihr erkohr.

Ach, und wünschcteost ein Zweig zu werden der Linde,

Ein Blümchen in der Göttin Kranz ,

Eins der Veilchen, der Narben. — „Und wenn Mirdieses versagt ist,

So, sprach sie, Hilst mir Frömmigkeit.Eine Dienerin bin ich der Göttin." — Sie bauteden Pilgern

Laubhütten zur Erquickung. SieHolte dem Durstenden Wasser der Quelle. Sie lab-te den Fremdling

Mit Waldesfrüchken, kübleteKranke; sie war dem MattcN die duftende Blüthedes Baumes;

Und streute süßen WohlgeruchVor dem Zuge der Jauchzenden, die Zum Tempelder Jungfrau

In vollen Strömen wallcteN. —

Fünfzehn kurze Jahre verlebt' ein blühendes Leben

Das Mädchen also; und der TodStand vor ihr. „O Göttin, so bat sie, rcineste Göttin,

Auch mit dem Staube unvermahltMöcht ich bleiben!" — Sie starb, und im Augen-blicke des Scheidens,

(Ein süßes Wunder!) sprossekeNicht zum Lorbeer empor die heilige Daphne;zur Linde,

Zu dieser Linde sproßte sie.

Thut sie nicht noch, was sie lebend gethan? Sie die-net der Göttin,