Lyrische Gedichte.
S2
Wer hat dcn Weg der Sterne, der Tugend Pfad
Dem Menschenuolk mit holderer Anmuth jeAls du geöffnet i Furcht und Schauer
Sinken dem Zitternden, selbst wenn Deine
Gerichtstrommet', die Stimme der Ewigkeit,
Ertönet. Leise wehen die Schauer ihmNur Nahe Gottes. UnvermcrketLernt er die Listen des falschen Glückes
Verachten, lernt die Schimmer des Ruhmes, lernt
Der Fama Donner, und des gefürchtetenHochgrimmes Blitz, dcr UngcwitterKühlende Regen mit Füßen treten.
Hoch über Zufall, über Vergänglichkeit
Und nichtqe Sorgen rücket im Hauch uns fortDein Sonnenwagen, der durch alleSterne der himmlischen Laufbahn fahret*)
So lebtest Du Dein Leben, für andre nur;
Im stillen Schatten, selber ein Schauplatz Dir,Zuschauer dir und Spieler. FriedlichWallten die Stunden, ein reiner Bach, hin.
Dein Mund war aber mehr als Apollifches
Orakel; Deine Mäße, die heitre Stirn,
Die sanfte Wohlgestalt, die schlankeHeilige Dürre gebot Verehrung.
*) Anspielungen auf dieses Greises Schriften undLehrari.