Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 14 (1821) Terpsichore
Entstehung
Seite
86
Einzelbild herunterladen
 

36

Lyrische Gedichte.

Waldsirene, du wagst mich im Gesangs mstSüßem Necken zu stören oft,

Wenn die Mandel du mir stichlest, und wehr' ich es§Flatternd auf mit den Flügeln schlägst ;

Oder mitten im Lied', unter den Saiten, mirPikst den Finger , und hinderst michZu vollenden den Ton; oder, gefallt es dirSelbst zu singen ein ländlich Lied,

Wenn das Köpfchen du dann spülest Md waschestund

Mit den Nqgelchcn kratzest, daßJa dem zierlichen Hals' einer GebadeteltWiederkomme der Früblings - Ton;

Da dann, eh du dich kämmst, eh du dich schmückest^Mhl

Eine Stund' und ein Jahr vergeht.

So viel Plaöschcrn erregst, efteler Vogel, duAber komme nuy her, du bistDoch mein Lieber. Hieher! Fürchte das Bauer nicht;,Kein Gefangener bist du mir.

Darfst die Stäbchen hinwegschieben, und Hüpfen, undLustig spielen im freien Robr.

Sieh, hier streu' ich dir auch Hirsen, unschuldigeLandkost; picke die Körnchen weg;

Und sey ohne Gefahr, daß dich ein Geyer holt.

Lebe dann, o du glücklicherSänger, lang«! Dereinst, (denn auch Unschuld'gen EuchDroht die Parze!) wenn AtroposDir mit leiserer Hand sanft am Gefieder zupft,Wartet dein ein PierischesRoscnlager. Ich streu' Veilchen, und hange dirJmmcrgrünende Kranz' umher;