Lyrische Gedichte. 79
Der Sänger des Frühlings.
Allgemach heb' ich mich aus meiner DenusjschenHöhle;
Statt Flakkus folg' ich, Na so, dir.
Wer wirds glauben? Ich selbst, der sonst im strah-lenden Wagen
Apollo's über Bergen fuhr,
Schleich' in den Thalcrn itzt, und möcht', am Bo-den ein Veilchen,
Aufduften in ein zartes Lied.
Frühling lachet mich an, des Jahrs unschuldigerKnabe,
Um dessen Kinn die Flocke keimt,
Ehe der Sommer sie reift zur stachlichen Aehre.
Der Ursprung,
Der Welten Ursprung grüßet mich.
Frühling war der Wesen Geburtstag; im Früh-lings wand sich
Aus dunkeln Hüllen die Natur.
Wo sie spielte, wohin sie blickte, blüheten Garten,
Von Zephyren umgaukelt. Mir,
Mir auch gaukelt er jetzt, der Blumcngönner; ermahlet
Die Wiesen wie Apelles mir.
Jupiter lasset sich nieder zu Tellus zarter Umar-mung ,
Die sich in Laub und junges Gras »
Hüllet; so hüllete sich in den Hochzeitschlcier dieBraut einst,
Der ihrer Liebe Thranen barg.
Strahlet die Wiese nicht, wie ein Pfau der himmli-schen Juno?