Lyrische Gedichte. 63
Wer sich beherrschet, herrschet im weitern Reich,
Als wenn erPo und Tiber, und Don und RheinAusammensuhrte. Wer Gesetze
Gab, der befolge sie, Aller Vorbild.
Und fern sey ihm die schändliche Kupplerzunst,
Die fein-gefällig Laster und Schande rath;
Des schmeichelnden Schooshündchcns BißeSind ihm gefährlicher als der Löwen.
Lob ist ein Gift. Das Offene schadet viel,
Noch mehr Geheimes, und das ErdichteteAm meisten; tödtlich war und wird esJedem wahnsinnigen Alexander.
Er bricht in Wuth aus gegen die Freunde selbst;
Am frohen Mahle donnert ein Jupiter,
Und plötzlich fahren seine Blitze
Zwischen dcN Schüßeln umher im Wahnsinn.
Die Stirne meines g üt i g en K ö ni g s sey
Ein immer hcittcr Himmel. Wer wciheteDen.Göttern Opfer und Gebete,
Deren Altar nur in Blitzen dampfte?
Kein Afrika, kein Neger- und Sklavenland
Ist unser Weltthcil. Indien mag den KlotzVerehren, und vor Königs Bilde
(Jährlich, o Wunder! einmal gesehen!)
Anbeten. Meine Sonne, sie strahlet Glanz
Auf finstre Wolken, die sie mit Farben mahltDer Iris; und die Wolke träufelt,
Und in der Muschel entspringt die Pekle,