tiv Lyrische Gedichte.
Könige seyn wie die Sonne! Sie glänzt am heiterenHimmel,
Und umwandclt die Erde mit Segen.
Könige seyn wie die Sterne der Nacht! Wir schauendie Pracht an,
.Ohne Zittern, in süsser Vewundrung:
Denn sie gehn hoch über den Wolken die leuchtendeBahn bin;
Unten nur tobet der Blitz und der Donner.Selbst die Sonne, sobald sie der Mond und die Wol-ke bedecket,
Fürchten sie lraurend die Erdebewobner;
Bögel und Thiere trauren. Sobald ihr Antlitz her-vorbückt ,
Jauchzet die Welt, wie befreiet vom Tode —Schau' das ruhige Meer; es glanzen in ihm dieGestirne,
Knaben und Fische spielen und Schiffe;
Also des Königes Blick, in dem mit freundlichenWinden
Ahnet das Volk di- glückliche Schifffahrt;
Aber die Klippen im Meer, die Unglück drohen undSchiffbruch,
Sind auch im Antlitz der Könige nimmer,Nimmer geliebt! — Wer bringet dies Lied zu mei-nem Gebieter?
Soll Urania nieder vom HimmelSteigen? oder Merkur? Soll Flakkus lieblicherSchwan es
Zu ihm tragen? wie oder die LüftePegasus schnell durcheilen? — Und bracht' es derrauheste Nord ihm
Selbst, in Gestalt des bccistten Winters,