Lyrische Gedichte.
49
Jbm nicht binaustalf? — Dennoch, o stigesterVerrath! Als jener Sklave Volumniens,
Gestützt aut Meuchelmörderwaffen,
Dich des Popilius Sklnvenschwcrte
Gebot zu morden; reichte der mächtigeGünstling der Römer Octavianus dirDie Hand zur Hülfe ? Webrt' er dankbarSeinem Beschützer den blut gen Streich ab?
Mit Wohlgefallen opfert' er seinen Freund,
Des Vaterlandes Vater, der Herrschsucht auf,Und sah mit ungetrübtem Blicke,
Göttliches Haupt, an des Marktes Rostren
Dich hangen. Also lokmen PhilwpischeSiegesredcn. Also lohnet den alten FreundDes Glückes Günstling, wenn sein Haupt ihm,,aWie seine Zunge, den Weg zum Thron bahnt
Verschlossenheit.
Also ist cs der Tugenden
Größte, daß du dich selbst in dir verbergen kannst!
Wie Lichtscheuend der Maulwurf, wieDas Kaninchen sich tief unter die Erde grabt. —>O du zweiter Oranien,
Der des Schiffes im Meer, der des Gefieders WegIn den Lüsten, der Schlange WegUnterm Felsen, so weit, in umrspahlichenGeistesgangen zurücke laßt!
Herders Werke. Lit. ». Kunst. XIV. D