Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 14 (1821) Terpsichore
Entstehung
Seite
48
Einzelbild herunterladen
 

§8 Lyrische Gedichte.

R e i c h t h u m.

Prahle nicht, o Nigrin. Des Goldes SchätzeSind nur leichtere Glückesgaben. ReichthumMag, wenn du cs so willst, dich glücklich machen;

Aber nicht selig.

Was der Pöbel erwählt, kann nicht das höchsteGut styn. Ehren und Macht und Gold und Wohllust,Wer in Strömen sie hat, er lechzt im StromeImmer noch durstend.

Sieh', dort schwimmet im Meer des Berges Schatten;Jsts der Berg? Es umflattern dieses Gold hier,Jene Würde, der Freude Schatten viele;

Sind cs auch Freuden?

Willst du sicherer froh seyn, lös', v löseAuf, Gefangener, dir der Sorge Fesseln.

Macht dich glücklicher, was dich scheu und zitternd,Eitel und hart macht?

Bei dem Brustbilde des M. T. Cicero.

Ein undankbarer Wüterich, ein BarbarMehr als der Lictor, der dir das Haupt entriß,

D Marcus Tullius, war Jener,

Der es dem Lictor zu thun erlaubte,

Octavianus. Hatte den goldnen StuhlEr je besessen in der gewalt'gcn Stadt,

Die über alle Welt das Haupt hob,

Mächtiger Consul, wenn deine Rede

Ihm