4 «
Lyrische Gedichte.
Mchreres füg' hinzu, wer selbst den Schmeichler
erlernt hat;
Er vollende das Bild mit ihm selber.
Dreifache Trunkenheit des Ohres.
Unser durstendes Ohr trinket die Rede, wieUnser lechzende Gaum Wasser der Quelle trinkt;Nur von welchem Gewässer,
Und von wem es sie trinke? Dies
Dies entscheidet, o Freund. Rein und erquickend
strömt
Wahrheit, wer sie vom Quell, wer sie sich sel-ber schöpft;
Aber vjele KanäleDurchgrflossen, am Markte jetzt
Ein Stadtkundiger Born, wo in versauertenKrügen jegliche Hand Sümpfe zu Sümpfen schöpft,Und durch Straßen und GaffenAusposaunct: „wer trinken will,
„Kaufe! Zeitungen, neu-neueste Neuigkeit,„Staatsencschlüsse, Gewinn, Schlachten, Erobrung,
Sieg!"
— Wie der Hund aus dem NilstromKoste solche Gewässer, Freund.
Einen süßeren Trank, einen gefährlichemBeut die Liebe dem Ohr; o wie erhaschet esJedes Flüstern der Lippe,
Jedes leiser - erstohlne Work