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Lyrische Gedichte,
Mit tausend Farben pranget die Schöpfung hier? —Dort drangt der Schnee zur Krone des Halmes sich;Hier schleicht am Boden er; cs windetLeise die Blume vom Mutterschooß sich
Zn Purpurwindeln. Mancherlei Edelstein,
Verstreut im Grase, spielet umher. Der MohnErhebt sein wankend Haupt; die BeeteSchimmern, umwunden mit dunkelm Grüne,
Aus hohlem Felsen quillet die Nymphe dort,
Rein wia Aurora. Sieh' wie empor sie hüpftIm Becken hier, und niederstürzendSprenget sie Lichter in tausend Farben.
Und horcht der Baum nicht? Siehe, wie neiget erSich zu dem Sänger. Sah ich nicht säuselnd oftDas Laub sich kräuseln? Zweig am ZweigeBogen sich über und sprachen leise.
Der Dichter, Er, ein bciliger Orpheus fühltMit Baum' und Blüthen, lauschet der Muse WinkI» Allem, und vernimmt die StimmenLispelnder Blatter im Abcndregen,
Und schaut Lyaus fröhliches HochzeitfestI» Hymens Garten , sieht wie die Rebe sichDein Ulm anschlinget, wie jungfräulichBlumen sich öffnen dem Hauch der Liebe.
O welche laue, liebliche Lust umwehtMich hier! Es bringen säuselnde Winde mirDen süßen Schlaf, und frohe TraumeGaukeln um mich im Geräusch der Blatter.