Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 14 (1821) Terpsichore
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

Lyrische Gedicht«

.3

Stralt im Inneren ihm. Liebliches Morgenroth

Uederglänzet die Nacht , die ihn von außen birgt;Höre, welchen Gesang ichUngesehen von ihni belauscht.

Also sang er:Du stralst, Wachterin Flamme, mir

Nicht im Auge; du stralst Heller dem inncrn Sinn.O wie heiter umher schautMeine stillere Seele jeht!

Ungetauschct vom Glanz blendender Farben, trennt

Sie vom Wahren den Schein, Gutes vom Nützlichen;Bis in süßer BegeistrungZukunftahnend sie sich erhebt.

Dichter suchen den Hain, suchen die heilige

Dammrung; Götter, sie schwebt, über mir schwe,

bet sie,

Daß mein trunkenes Auge

Fernen wandert und Höhn hindurch.

Meine glückliche Nacht ward mir ein sanfter Tod;

Abgeschieden der Welt wandelnder Täuschungen,

Los der feineren Bande,

Irrst du, schneidende Atropos,

Wenn die Sonne du mir cinst zu entnehmen denkst;

Ohne brechenden Blick schwimm' ich ins ew'ge Licht,Das dem Auge des LeidesNacht ist, seliger Geister Strahl!"