Lyrische Gedichte
Dann stehn Wunden und Beulen , die sonsftdie Kro-ne bedeckte ,
Und Schmeicheleien lang' genährt,
Offen dem Auge der Welt.
Keine Edelgesteine, kein Glanz des Tyrischcn PurpursKein Stcrnefunkelnd DiademLindert den brennenden Schmerz.
Also ist es. Zur Lust ist nicht die Krone geschaffen,Der Völker Last, in sie geknüpft,
Drücket und eitert zuletzt.
Gebe Jupiter dann den Königen prächtige Kronen!Mit weichem Kränzen zieret unsDichtern Apollo das Haar.
Das stille Gemüth.
Wer Lasterrein, von innerem Vorwurs sreiSein Herz bewahret, lebet auf Erden schonDer Götter Leben. Vollen ZugesTrinkt er ein ewiges Meer der Freude.
Syenens Wüste wird ihm ein Schattenhain;
Nach Scythicn begleitet der Frühling ihnMit sanften Lüsten: denn sein Herz kennt
Schmachtende Glut nicht und Eis und Winter.