Lyrische Gedichte 7
Niedrig nenne, dem Glück zu schmeicheln; schänd-lich ,
Seine Gunst zu erbetteln, und zu weimn,
Wenns den Rücken dir kehrt. Ein Knabe putschtZürnend die Säule,
Die die Stirn ihm verletzte. Sieb', das Meer
duckt
Süße Strome, und dennoch bleibt es bitter;
Alles Bittere wird zum süßen Trank der
Lippe des Weisen.
Der Unglückliche, der mit Muth sein UnglückTraget; gegen das Schicksal selbst erscheint erWie ein Sieger: „Ich bin, so spricht er schwei-gend ,
Größer als Du bist."
Thomas Morus.
Schau, dies ist Morus! Uebcr BrittannienSah nie die Sonne einen gerechtem Mann! —Als Heinrich gegen Anna BulenLüstern in schändlicher Liebe brannte,
War Ers, der frei die Hochzeit vcrdammete,War Ers, der kühn der Drohung GerechtigkeitEntgegenstellte, unbezwinglich,
Muthiger, als des Tyrannen Grimm war.