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Lyrische Gedichte
Lebensrvgeln an einen Jüngling.
Früh in bleibender Jugend lern', o Jüngling,Lebens Glück. Sie entflieh», die holden Jahre!Wie die Welle die Welle, treibet Eine
Stunde die Andere.
Keine kehret zurück, bis einst dein HaupthaarSchneeweiß glanzet; der Purpur deiner LippenIst erblichen; nur Eine Schönheit blieb dir,Männliche Tugend.
Ohne sic ist das Leben Tod; um sie nurLebt man. Schiebe nicht auf, vor allem andernDich zu haben, und werd' in vestem HerzenDeiner gewiß erst.
Meide Schuld; sie verflicht mit tausend DornenDich in Strafe. Wer vor Ih m selbst erröthct,Tritt vors höchste Gericht, sein eigner Klager,Richter und Zeuge.
Steuve nicht zu des Meeres Höh'; am UferSchwimmt dein Rache den Silberstrom hinunter,Sichrer, sanfter; es lachen dir zur SeiteGrünende Wiesen.
Ueber Güterverlust erlaß dem HimmelDeine Klagen. Verlust an SeelcnschmerzcnMacht dich reich. O crleichtre dein Gewand dir,Zwinge den Körper.
Jnnrc Schatze beglücken. Dir im InnernLieget Edelgestein und Gold; da grabeIn den Grüften. Von außen suchst du ewigRuhe vergebens.