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4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
554
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änderungen seiner Geflchtszüge. Zwei Stunden lang war keinemerkliche Verwandlung. In seinen ausgelebten Zügen drücktesich noch immer eine würdige Ruhe aus. Von Zeit zu Zeit spracher einige Worte; bald war's eine Lehre, ein Rath, eine kurzeWeisung; bald waren's einfache Fragen über die, an deren Schick-sal er noch immer eine freundliche Theilnahme zeigt. Währenddieser ganzen feierlichen und ängstlichen Zeit verharrte Jeder ausdem Stamme an seinem Platze mit der größten Geduld. Sobaldder Alte sprach, neigte Jeder den Kopf, um zu horchen, und wenner ausgesprochen, schien Jeder die Weisheit und den Nutzen derWorte zu erwägen.

Als das Lämpchen sich immer mehr dem Erlöschen näherte,verhallte seine Stimme, und es gab Momente, wo die um ihnStehenden zweifelten, ob er noch zu den Lebenden gehöre. Midd-leton, der jede leise Regung auf seinem verwitterten Antlitz mitder Theilnahme eines Psychologen und doch zugleich mit derzärtern eines Befreundeten bewachte, bildete sich ein, in seinenmarkirten Gesichtszügen die Lebensthätigkeit des Alten zu lesen.Vielleicht, daß, was der aufgeklärte Soldat nur für ein Spielder irre geleiteten Einbildungskraft nahm, ihm wirklich begegnete,denn wer ist je ans der unbekannten Welt zurückgekehrt, um zn^erklären, auf welche Weise er in die ehrfurchtgebietenden Vor-hallen der Ewigkeit eintrat. Ohne das aufklären zu wollen, wasdem Lebenden für immer ein Geheimniß bleiben wird, wollen wirnur noch das wirklich Vorgegangene einfach erzählen.

Der Wildsteller hatte ungefähr eine Stunde so ohne Bewegunggelegen. Nur seine Augen hatten sich zuweilen geöffnet und ge-schloffen. Wenn sie offen waren, schien sein Blick auf die Wol-ken gerichtet, die um den westlichen Horizont hingen, im vollenFarbenwiederstrahl und in der ganzen seltsamen Gestalt, Anmuthund Pracht eines amerikanischen Sonnenuntergangs. Die Stunde,