Druckschrift 
4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
517
Einzelbild herunterladen
 

517

Bruder," sagte er in unnatürlich hastigem Geflüster,hörteich Euch?"

Meine Worte sind klar, Abiram White; Ihr habt einen Mordbegangen, und deßhalb müßt Ihr sterben!"

Wo ist Esther? Schwester, Schwester, willst du mich ver-lassen? Ach, Schwester, hörst du nicht meinen Ruf?"

Ich höre Einen ans dem Grabe reden," antwortete Estherdumpf, als der Wagen an dem Ort, wo der Sträfling stand,vorüberfnhr.Es ist die Stimme meines Erstgeborenen, die lautnach Gerechtigkeit ruft! Gott habe Gnade, Gott habe Gnade mitdeiner Seele!"

Der Wagen fuhr langsam des Weges, und der verlasseneAbiram sah sich jetzt auch der letzten Hoffnung beraubt. Dochkonnte er noch immer nicht die Stärke sammeln, nm dem Todezu begegnen, und hätten ihm nicht seine Glieder jeden Beistandversagt, würde er noch immer versucht haben, zu fliehen. Dann,in plötzlicher Umwandlung von der Hoffnung zur gänzlichen Ver-zweiflung, sank er ans seine Kniee, und begann ein Gebet, inwelchem die Bitten nm Gnade, zu Gott und seinem Verwandten,wild und lästerlich wechselten. Jsmaels Söhne wandten sich vorAbscheu von diesem fürchterlichen Schauspiel ab, und selbst desSquatters feste Natur wurde doch auch von diesem Bilde desElends ergriffen.

Möge Euch das gewährt werden, warum Ihr bittet," sagteer,aber ein Vater kann ein ermordetes Kind niemals vergessen."

Winselnd flehte der Unglückliche wenigstens um Aufschub. EineWoche, einen Tag, zuletzt eine Stunde; darum flehte er stufen-weise und mit dem ihrem Werthe angemessenen Ernst, sobald dasganze Leben in ihre kurze Dauer znsammengedrängt ist. DerSquatter schwankte, und zuletzt willigte er theilweise in die Bittendes Verbrechers. Sein Hanptvorsatz war jedoch nicht geändert,obgleich er in den Mitteln eine Abänderung traf.Abner," sagte