Der Seelenverkäufer schrak bei diesem furchtbaren und plötz-lichen Urtheil so zusammen, wie etwa Jemand, der sich unerwartetin den Klauen eines Ungeheuers findet, aus denen keine Fluchtund Rettung möglich ist. Obwohl von einer sehr ernste» Ahnungdessen, was ihm begegnen möchte, erfüllt, hatte doch sein Muthnicht ausgereicht, der Gefahr in's Auge zu blicken, und mit dem-jenigen Tröste, womit feige Gemüther ihre vcrzweiflungsvolleLage vor sich selbst zu verbergen geneigt sind, hatte er mehrdaran gedacht, wie seine Schlauheit ihm durchhelfcu möchte, alsdaß er sich auf das Uebclstc vorbereitet hätte.
„Sterben?" wiederholte er mit einer Stimme, welche sichkaum ans der Brust heraus Luft machte. „Der Mensch ist dochsonst sicher unter seinen Freunden!"
„So dachte mein Sohn auch!" erwiedcrtc der Squatter, indemer dem Gespann, worin sein Weib und seine Töchter sich befanden,das Zeichen znm Aufbruch gab, und prüfte dabei sehr gelassendas Zündpulver seiner Flinte. „Mit der Flinte habt Ihr meinenSohn getödtet, und es ist nicht mehr als billig, daß Ihr nunvermittelst derselben Waffe Euren Tod findet."
Abiram starrte um sich mit einem Blicke, der von seiner Geistes-verwirrung, und wie er noch zu keinem Entschlüsse gekommen,Zeugniß ablegte. Er lachte sogar, als wolle er nicht allein sichselbst, sondern auch die Anderen überreden, daß das, was er höre,irgend ein Spaß sei, um seine Nerven zu probiren. Aber seineentsetzliche Lust fand nirgend ein antwortendes Echo. Alles rundumwar feierlich und still. Freilich zeugten die Gesichter seiner Neffenvon Aufregung, aber gegen ihn waren sie kalt, und auf dem seinesfrüheren Verbündeten las er eine entsetzliche Entschlossenheit. DieseFestigkeit der Miene war tausendmal drohender und hoffnungsloser,als jede Heftigkeit gewesen wäre. Diese hätte vielleicht seinen Geistaufgeregt, und ihn zum Widerstande erweckt, aber jene verwiesihn durchaus auf die schwache Hilfe, die er in sich selbst fand.