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4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
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unter ihrem Finger nmschlugen;und einige lehren auch die Ge-bote von der Bestrafung."

Ihr Gatte gab ihr durch Zeichen zu verstehen, daß er auf einendieser kurzen Sprüche und Lehren begierig sei, die unter allenchristlichen Nationen als die unmittelbaren Gebote des Schöpfersgelten, und die man so gerecht gefunden, daß selbst die, welche ihrengöttlichen Ursprung längnen, ihre Weisheit znlassen. Jsmael horchtemit ernster Aufmerksamkeit, als seine Genossin alle Stellen las,die das Gedächtnis; ihr an die Hand gab, als für die Lage passend,in der sie sich befanden. Er ließ sich von ihr die Worte selbstzeigen, die er mit einer Art heiliger Scheu betrachtete. Aber eineinmal gefaßter Entschluß war gewöhnlich bei einem Manne, derso selten dazu zu bringen war, unwiderruflich. Er legte seine Handauf's Buch, und machte es selbst wieder zu, um seinem Weibe da-durch zu zeigen, daß er befriedigt sei. Esther, die seinen Charakterso gut kannte, zitterte dabei, und indem sie einen Blick auf seinfestes, aber znsammengezogenes Auge warf, sprach sie:

Jsmael! Jsmael! rinnt nicht mein Blut und das Blut meinerKinder in seinen Adern! Kann denn keine Gnade gezeigt werden?"

Weib!" entgegnete er ernst,als wir glaubten, der klägliche,alte Wildsteller habe cs gethan, da wurde nichts von Gnade ge-sprochen."

Esther antwortete nicht, sondern saß, die Arme auf der Brustgefaltet, schweigend und gedankenvoll mehrere Minuten lang da.Dann blickte sie noch einmal ängstlich auf das Gesicht ihres Gatten,wo sie alle Leidenschaft und Sorge anscheinend unter der kältestenGleichgültigkeit begraben fand. Ueberzeugt, daß das Schicksal ihresBruders nun besiegelt worden, und wohl bewußt, wie sehr er dieStrafe verdiente, die man über ihn verhängte, dachte sie auch nichtweiter an Vermittelung. Sonst fielen keine Worte zwischen ihnenvor. Ihre Augen begegneten sich einen Augenblick, und dann stan-den Beide auf, und gingen in tiefem Schweigen dem Lager zu.