mich jetzt mit chirurgischen Versuche» beschäftigte, als so die köst-lichen Momente zu vergeuden, indem ich Seele und Körper zu-gleich quäle."
„Eine Rothhaut schiert sich wenig um einen Wundarzt fürseine Wunde, so lange das Kriegsgeschrei ihm in die Ohren gellt.Geduld ist eine Tugend beim Indianer, und bringt einem christlichenWeißen keine Schande. Blicke ans die alten Hexen, Freund Doktor;ich müßte gar nichts von wilden Gemüthsarten verstehen, wenn sienicht Alle höchst blutig gestimmt sind und bereit, ihre verfluchteLust an uns Allen ansznlafsen. Jetzt, so lange Ihr auf dem Eselbleibt, und den feurigen Blick beibehaltet, der übrigens sich we-nig mit Eurer sonstigen Natur verträgt, mag die Furcht vor einemso gewaltigen Mcdicus noch etwas ihre Wnth zurückhalten. Ichbin hierher gestellt, wie ein General beim Beginn einer Schlacht,nnd es ist meine Pflicht geworden, alle meine Kräfte so zu ge-brauchen, wie es nach meinem Urtheit sich am besten machenläßt. Da ich all' die kleinen Umstände kenne, von denen hierAlles abhängt, so seid Ihr gerade hier durch jede Eurer Bewe-gungen mehr ersprießlich, als da mitten drinnen, wo es gilt."
„Höre, alter Wildsteller," schrie Paul, dessen Geduld sich nichtlänger unter den berechnenden nnd weitschweifigen Erklärungen desAndern halten konnte, „ich meine, du schnittest zwei Dinge, die ichdir nenne, jetzt kurz ab. Nämlich deine Unterhaltung, die ange-nehm genug klingt, wenn es einen wohl ansgedämpftcn Büffel-rückcn gilt, nnd dann die verdammten Lederriemcn, die, nach meinerErfahrung, nirgends angenehm sind. Ein einziger Schnitt deinesMessers würde jetzt gerade mehr nützen, als die längste Rede, welcheje in einem Gerichtshöfe von Kentucky gehalten worden."
„Ach, Gerichtshöfe sind die glückseligen Jagdgründe,wie die Rothhäntc sagen würden, für alle Die, welche mit keinenbesseren Gaben versehen sind, als die in der Zunge liegen. Ichwurde selbst einmal in eine jener gesetzlosen Höhlen geschleppt, und