ruhig den Arm seines Weibes, und führte sie gerade vor Jnezhin. Hinweisend ans das liebliche Gesicht der Dame, welche ge-rade mit zärtlichem Mitleidcn das der Indianerin anblickte, hielter inne und uberließ es seinem Weibe, eine Schönheit zu betrachten,die ihrem eigenen Geiste eben so ausgezeichnet dünkte, als sie fürden Charakter ihres treulosen Gatten gefährlich geworden. Alser dafür hielt, daß sie ihre Nebenbuhlerin, damit der Gegensatzrecht schlagend wirke, lange genug angesehen, zog er plötzlich einenkleinen Spiegel hervor, der an ihrer Brust hing, ein Schmuck,den er ihr selbst, in einer zärtlichen Stunde, ihrer Schönheitschmeichelnd, geschenkt, und zeigte der Armen darin ihr eigenes,dunkeles Gesicht. Dann winkte der Tetvn, sein Kleid fester an-ziehend, dem Jäger, ihm zu folgen. Während er mit stolzemSchritt hinanstrat, murmelte er bei sich:
„Mahtoree ist sehr weise! Welche Nation hat einen so großenHäuptling, als die Dahcotahs?"
Tachechana stand einen Augenblick lang, als wäre sie zn einerStatue der Demnth eingefroren. Drinnen in dem milden undsonst so fröhlichen Wesen arbeitete es, als solle das Band zwischenihrer Seele und der Hälfte, deren Aussehen ihr jetzt zur unerträg-lichen Bürde geworden, ans immer getrennt werden. Jnez nndEllen wußten durchaus nicht, was zwischen ihr und ihrem Gattenvorgefallen, wenn auch der Scharfblick der Letzter» zu einem Ver-dacht führte, dessen Jnez »»schuldige Seele ganz unfähig war.Beide wollten der jungen Indianerin indessen ihre zärtliche Theil-nahme zn erkennen geben, wie es die weibliche schöne Seele über-all mit sich bringt, als mit einemmale alle Ursache dazu verschwun-den schien. Die krampfhaften Bewegungen im Gesichte der jungenFrau hörten plötzlich auf, ihr Gesicht wurde ruhig und starr, wieein gemeißelter Stein. Nichts blieb, als ein Ausdruck unterdrück-ter Angst, nnd das auf einem Gesichte, welches selten zuvor etwasvon Kummer wußte. Und dieser Ausdruck blieb, trotz dem Wechsel