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Erfindungskraft ausgeschmückt. Mahtoree's Freigeistern in reli-giösen Angelegenheiten war nicht selten zur Sprache gekommen,und es schien, als habe er in seltsamem Geiste des Widerspruchsseine ganze Aufmerksamkeit ans dieses Symbol übernatürlicherEinwirkungen, seiner innersten Ueberzengung ganz entgegen, ver-wandt. Ahmte doch der Sioux hier dem Treiben der Pharisäernach: ,anf daß' sie von den Leuten gesehen würden'.
Indessen war das Zelt von dessen Eigcnthümer seit seinerRückkehr vom letzten Streifznge nicht betreten worden. Wie derLeser schon geahnet haben wird — war es zn Jnez's und EllensGefängniß umgewandelt worden. Middletons Braut saß ans einemeinfachen Lager von süßduftenden Kräutern, worüber Felle gedecktwaren. Sie hatte schon während der kurzen Zeit ihrer Gefangen-schaft so viel gelitten, und war Zeugin so mancher wilden, uner-warteten Begebenheiten gewesen, daß jedes Unglück, was nochhinzukam, nur mit immer verminderter Kraft auf ihr scheinbardem Mißgeschick geweihtes Haupt traf. Ihre Wangen waren ohneBlut; ihr dunkles und gewöhnlich sehr lebhaftes Auge drücktejetzt den tief liegenden Kummer aus, und ihre ganze Gestalt schienimmer mehr zn schwinden und zn verkommen. Aber mitten unterdiesen Anzeichen natürlicher Schwäche glänzte ihr Auge zuweilenin frommer Ergebung, und Strahlen einer schwachen aber heiligenHoffnung leuchteten auf, so daß es zweifelhaft blieb, ob die un-glückliche Gefangene mehr ein Gegenstand des Mitleids oder derBewunderung sei. Alle Vorschriften des Pater Ignatius kamenihr zurück in's GedäAituiß, und nicht weniger lebten seine frommenVisionen in ihrer erhitzten Einbildungskraft wieder auf. Bo»solchen heiligen Entschließungen aufrecht erhalten, beugte das milde,geduldige und vertrauende Mädchen ihr Haupt diesem neuen Schlageder Vorsehung mit derselbe» Sanftmnth, mit der sie jeder andernStrafe für ihre Sünden sich würde unterworfen haben, obgleich die Na-tur zuweilen mächtig gegen eine solche crzwungeneDemnth ankämpfte.