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„Himmlisch schön ist die ganze hochrothe Strecke im Morgen, »ndbesonders der Karmoisinstrich in der Mitte. Selten oder nie istdie Sonne mir so farbenreich anfgegangen."
„Die Sonne?" wiederholte der alte Mann langsam, und sichvon seinem Sitze erhebend. „Die Sonne?" wiederholte er noch-mals mit gepreßter nnd langsamer Stimme, während seine Augenstarr und unverwandt ans die wechselnden und wirklich schönenTinten, die den östlichen Himmelsbogen färbten, geheftet waren.„Die Sonne? Das nennt ihr Sonnenaufgang? Ich liebe solchenAufgang nicht." — Dann mit dem Ausrufe: „O weh! die Ko-bolde haben uns mit ihrer Rache erreicht und umzingelt. DiePrairie steht in Flammen!"
„Gott im Himmel schütze uns!" schrie Middlcto», und rißJnez an seine Brust, als wolle er selbst sie in der dringendenGefahr schützen. „Da ist kein Augenblick zu verlieren, Alter!Laßt uns fliehen!"
„Wohin?" fragte der Wildstcllcr, und winkte ihm mit Ruheund Würde, zu bleiben. „In dieser Gras- nnd Rohr-Wildnißseid Ihr wie ein Schiff in den großen See'n ohne Kompaß. Eineinziger Schritt nach der Unrechten Seite könnte uns Alle verder-ben. Selten ist eine Gefahr so nahe und dringend, die der Ver-nunft nicht Zeit ließe, Vorkehrungen zu treffen. Junger Mann,laßt uns ihre Stimme und ihren Rath abwarten."
„Was mich betrifft," sagte Paul, mit deutlichen Zeichen in-nerer Unruhe um sich blickend, „so muß ich zngeben, daß, wenndas Feuer dieses dürre Pflanzenbeet ergreifen sollte, sogar eineBiene höher als gewöhnlich anffliegen müßte, um sich die Flügelnicht zu verbrennen. Folglich, Alter, bin ich der Meinung desKapitäns: Aufsitzen und davoneilen!"
„Falsch! falsch! Ein Mensch ist keine Biene, kein Thier, daßer der Gabe des Instinkts folge, sich durch einen Lichtstreifen, durcheinen Schall bestimmen lasse; er muß sehen, überlegen und sich