Nun hqrcht aber auf das, was Erfahrung einem Greise gelehrthat! Ich habe lange gelebt: dieß beweisen diese grauen Haare unddiese gerunzelten Hände, sollte es auch meiner Zunge an Weisheitmeiner Jahre fehlen. Ich habe Vieles von den menschlichen Thor-heiten gesehen; denn des Menschen Natur ist dieselbe, er sei ge-boren in der Wildnis-, oder er sei geboren in Städten. Meinemschwachen Urtheile ist es immer so vorgekommcn, als seien seineKräfte seinen Wünschen nicht angemessen. Daß er, mit allen seinenUngebilden beladen, himmelan steigen möchte, wenn er nur denWeg dahin kennte, wird Niemand abstreiten wollen, der sich seinereigenen bittcrn, angestrengten Bestrebungen ans Erden bewußt ist.Kommt des Menschen Machtvermögen seinem Willen nicht gleich,so ist es einzig und allein, weil die göttliche Weisheit seinembösen Wirken Schranken gesetzt hat."
„Es ist, leider! nur zu wahr, daß gewisse Thatsachen zu einerTheorie fuhren, woraus die natürliche Verderbtheit des KommHomo gefolgert werden muß; könnte es aber so weit kommen,daß die Wissenschaft zum Beispiel nur eine ganze Species unter-stützte, so würde es der Erziehung möglich werden, das bösePrincip auszurotten."
„Für Eure Erziehung gebe ich keinen Farthing! Es hat eineZeit gegeben, wo ich cs für möglich hielt, mir ein Thier zumGefährten ziehen zu können. Wie viel junge Füchse und Bären,wie viel gesprenkelte Reh- und Hirschkälber und anderes Wildhabe ich mit diesen alten Händen erzogen, weil ich mir eiubildete,ich würde sie umformen und vernünftiger machen können! Wozuhat's mir geholfen? Der junge Bär biß, das junge Reh lief da-von, trotz meinem thörichten Bestreben, eine Natur ändern zuwollen, welche der Herr selbst in die Thiere gelegt hat. Ist nunder Mensch in seiner Thorheit so verblendet, daß er von Jahr-hundert zu Jahrhundert Anderen, und vor Allem sich selbst, Scha-den zufügt, so läßt sich mit Recht daraus schließen, daß er hier