Druckschrift 
4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
327
Einzelbild herunterladen
 

327

Mittage. Jetzt ließ der Alte zu, daß die Pferde allmählig sichschneller entfernten, bis sie die Mitte eines der Prairie-Gründeerreicht hatten. Dann aber, auf seine ruhige Weise in sich lachend,ließ er ihnen die Zügel los und sagte:

Nun laßt die Pferde laufen, Alles, was sic können; reitetaber immer auf trockenem Grase, damit wir nicht gehört werden."

Man kann sich verstellen, wie gern sie dem Rathe folgten.Nach wenigen Minuten hatten sie die Höhe der ersten Erdwelleerstiegen nnd hinter sich gelassen, worauf es im gestreckten Galoppweiter ging, doch so, daß sie den vorgezeichneten Stern so wenigaus den Angen ließe», als die von Wind und Wellen geängstigteBarke, welche dem Lenchtthnrme znstcnert, der sie in den sichernHafen einführen soll.

Zweiundzwanzigstes Kapitel.

Der Sonne Glanz, der Wolken Schatten,

Die einst sein Haupt umkreiset hatten.

Verbargen sich dem nächtlich stillen Blick,

Nnd ließen keine Hpur von ihrer Flucht zurück.

Montgomery.

Die Flüchtlinge beobachteten die tiefste Stille, derjenigengleich, welche auf den finsteren Gefilden herrschte, auf welchen sieforteilten, nnd horchten, ob sie vielleicht etwas ans der Gegend,die sie verlassen hatten, vernehmen möchten. Vergebens strengteder alte Jäger seine ganze Aufmerksamkeit und alle seine Geisteskräftean, um eines oder das andere Zeichen anfzufassen. Insonderheitwar ihm daran gelegen, irgend ein Geräusch zu entdecken, zumBeweise, daß die Sioux mit den Söhnen Jsmaels handgemeingeworden. Aber die Pferde hatten sie schon so weit gebracht, daßkein Schall an sie gelangen konnte. Mißvergnügt über das Aus-bleiben aller Belehrung, drückte der Wildsteller zwar durch leisesGemurmel den Zustand seines Gemüths ans, doch nur in so fern,