Kaum erfuhr ich, Euer Weib sei verlöre», so hatte ich es schonweg: Abiram hatte sie gekapert."
„Weißt du das ganz gewiß? kann es möglich sei»? Woraufgründet sich die abscheuliche Bermuthuug?"
„Mehr als Vermuthung — ich weiß, was ich weiß, ich kennemeinen Abiram White auswendig. Nun, wollt Ihr noch mit einerKleinigkeit heransrncken, meinen ansgedörrten Gaumen wiederanzufenchten?"
„Geh', geh', du hast dich schon dumm und damisch gesoffen,du elender Trunkenbold, und weißt nicht, was du sprichst. Kerl,nimm dich vor dem Tambour in Acht!"
„Erfahrung ist ein guter Geleitsmann!" rief der Kerl demabgehenden Middleton nach, drehte sich alsdann mit einem be-haglichen Kichern um, wie Einer, der so eben Ursache gehabt,wohl mit sich zufrieden zu sein, und eilte dem nächsten Marke-tenderladen zu, um sich die Nase recht tüchtig zu begießen.
Im Laufe einer schlaflosen Nacht schwankte Middleton unab-lässig zwischen dem Gedanken: der Bericht des Elenden verdieneAufmerksamkeit, und der Meinung: er sei zu toll und zu aber-witzig, um Glauben zu verdienen. Am andern Morgen war er,nach der inner» Unruhe, schon auf, als die Ordonnanz nnver-muthet eintrat und berichtete, auf dem Paradeplatz, unweit seinerWohnung, sei ein todter Mensch gefunden worden. Middletonfuhr in seine Kleider, eilte der Stelle zu, und fand den Mann,mit welchem er Abends vorher die Unterredung gehalten, in ebender Lage, worin er ihn das erste Mal betroffen hatte.
Der Elende war das Opfer seiner Uncnthaltsamkeit geworden.Daß ihm der Branntwein das Leben gekostet, bewiesen seine vor-tretenden Augäpfel, sein angeschwollenes Gesicht, und der fastunausstehliche Geruch, der sich um ihn verbreitete. Vom ekel-haften Geruch empört, war der junge Mann im Begriff, sich zn-rnckzuziehen, nachdem er den Befehl gegeben, den Leichnam fort