Druckschrift 
4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

229

Also gestohlen! gestohlen ist sie!" ächzte der von Entsetzenerschütterte Ehemann.

Unterwegs aufgehoben, so wahr als Ihr hier steht."

Schurke, was kannst du für einen Grund haben, ein solchesBubenstück zu vermuthen?"

Laßt mich los; laßt mir die Gurgel los! Könnt Ihr glauben,meine Zunge werde dadurch geläufiger, wenn Ihr mir die Kehleznschnürt? Gednld, und Ihr sollt Alles erfahren, wenn Ihr miraber ein zweites Mal so unziemlich begegnet, so setzt Ihr michin die Nothwendigkeit, mich an die Gerichte zu wenden."

Sprich weiter; aber sprichst du ein einziges Wort über oderunter der Wahrheit, so fürchte meinen Zorn und meine Rache."

Seid doch kein solcher Narr, Euch einzubilden, daß es einemSchuft, wie ich, wenn er Euch Etwas berichtet, an Erfindungenfehlen sollte, das, was davon erlogen wäre, wahrscheinlich zumachen! Nun, ich weiß, Ihr seid kein solcher. Hört also zu: ichwill Euch meine Berichte und meine Gedanken dazu auftischen;mögt Ihr daran kauen, während ich mich auf die Gesundheit EurerFreigebigkeit betrinke. Ich kenne einen Menschen er heißtAbiram White ich glaube, er hat diesen Namen angenommen,um seinen Haß gegen die Schwarzen kund zu geben. Nun, dieserMann ist jetzt, und ist, wie ich zuverlässig weiß, seit vielen Jahrenein regelmäßiger wie soll ich sagen? Hausirer von Menschen-fleisch, ans einem Staate in den andern, gewesen. Ich habe zumeiner Zeit mit ihm in Verbindung gestanden, und kann Euch ver-sichern, daß es ein verflucht listiger Hund ist. Er hat nicht mehrEhre im Leibe, als ich in diesem Augenblick Speise im Magen.Ich sah ihn in der Stadt an Eurem Hochzeitstage. Er war inder Gesellschaft seines Schwagers, und dieser gab sich für einenJäger in den neuen Niederlassungen aus. Mit ihm war ein statt-licher Hanfe, mit welchem sich 'was ansangen ließ; sieben Söhne,groß, alle sieben, wie Euer Sergeant, wenn er die Mütze auf hat.