hier mitten i» der Haide auf den H.n, wie ein Hund, dem
eine Pfote wehe thut, und pflegt der Ruhe."
„Ich bin ganz dieser Meinung," erwiederte der Naturkundigemit vielem Gleichmuts). Zugleich befolgte er so pünktlich und buch-stäblich ihren Rath, daß Esther ihn auslachen mußte. Dieß hin-derte ihn aber keinesweges, sich kalt und gemächlich auf einenBaumstubben niederzulassen, den er aber zugleich naturhistorisch zuuntersuchen aufing, damit ja die Wissenschaft nicht die schöne Ge-legenheit verlöre, einen neuen Zuwachs zu erhalten, und er selbstdie Veranlassung, der Natur einen neuen und wichtigen Dienst zuleisten. „Ich ehre," fuhr er sitzend fort, Euren vortrefflichenRath, Mistreß Esther, wie Ihr seht. Geht, und sucht das KindEures Herzens, während ich hier sitzen bleibe und suche, was nochbesser ist als ein Kind, nämlich eine tiefer eindringende Kennt-niß der Geheimnisse des großen Archivs der Natur."
Die Frau beantwortete seine Rede mit einem hohlen, widrigen,verächtlichen Gelächter. Selbst ihre schwerfälligen Söhne, als sievor dem Sitze des schon in seine Betrachtungen versenkten Natur-forschers vorbeigingeu, fanden es der Muhe werth, ihre Verach-tung mit schnödem, vielsagendem Lächeln anszudrucken. In weni-gen Minuten hatte der Zug die nächste Welle oder Schwelle er-reicht, und als er darüber weg mar, blieb unser Doktor sich undseinen nutzbringenden Forschungen ganz allein überlassen.
Eine zweite halbe Stunde verstrich. Esther eilte immer voraus,sich ihrer dem Anschein nach vergeblichen Aufsuchung überlassend.Doch wurden die Stillstand-Pausen häufiger; ihre Blicke schweiftennnstät und unbestimmt umher — als plötzlich Fußtritte gehörtwurden, die über den Boden dahinraffelten. Einen Augenblickspäter sah man einen Bock die Anhöhe heranspringen, und vor denAngen vorüber sich in die Tiefe hinabsenken, wo der Naturforschersaß. Das Vorbeistreifen des Wilds war so plötzlich und so über-raschend, und der ungleiche Grund kam ihm so sehr zu Statten,Die Prairie. 18