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beendete. Aber auf der Höhe erwartete Obed nicht anders, alsdaß er Esther begegnen würde, von deren Zungenfertigkeit er nurzu oft bittere Proben erfahren hatte, und vor der er sich immerin scheuer Entfernung hielt, so daß ihn keineswegs nach einerWiederholung ihres Angriffs verlangte. Der Leser ahnet, daß er-sieh hier angenehm täuschte. Mit leisem Schritt und immerfurchtsam über die Schulter blickend, als fürchte er sich vor irgendetwas, das noch schrecklicher als Worte wäre, ging der Doktorauf den Ort los, der ihm bei der allgemeinen Anstheilnng derSchlafstellen als die seinige angewiesen war.
Statt zu schlafen, blieb aber der würdige Naturforscher auf-recht sitzen, und sann über Alles nach, was er an dem Tage ge-sehen und gehört, bis ein Geräusch ans Esthers Verschlag, welcheseine nächste Nachbarin war, ihn von dem machen Zustande derEinwohnerin benachrichtigte. Da er die Nothwendigkeit bemerkte,irgend etwas zu thnn, was diesen weiblichen Cerberus cinschläfernkönnte, ehe er sein eigentliches Vorhaben ansführe, fand sich derDoktor, so ungern er auch mit ihrer Zunge in Collision kom-men mochte, doch getrieben, zuerst ein Gespräch anznfangen.
„Ihr scheint nicht zu schlafen, meine sehr liebe und würdigeMistreß Busch," sagte er, ihrer Eigenliebe durch dieses Wortpflasterschmeichelnd. „Ihr scheint schlecht zu ruhen, meine trefflichsteWirthin. Kann ich vielleicht Eurem Uebelbefinden mit Etwas bei-springen?"
„Was wollt Ihr mir denn geben?" brummte Esther. „Etwaspanisches Fliegenpflaster, um mich in Schlaf zu bringen!"
„Kein Pflaster, oder wie ich lieber höre: Kataplasm. WennIhr aber Schmerzen habt, hier sind einige herzstärkende Tropfen,die mit einem Glase von meinem Cognac eingenommen, Euch Ruhegeben werden, wenn ich irgend etwas von der Täterin meilicaverstehe."
Der Doktor hatte, wie er wohl wußte, Esther von der schwachen