Druckschrift 
4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
163
Einzelbild herunterladen
 

163

daß Jemand wartend vor Euch steht, der zu friedlichem und ehren-vollem Einlaß berechtigt ist. Haltet Ihr mich für ein Thier ausder Klasse der Amphibien, und daß ich mit meinen Lungen wieein Hufschmied mit seinen Blasebälgen spielen kann!"

Der Naturforscher hätte indessen noch lange eben diese Lungenanstrengen können, ohne erwünschten Erfolg, wäre Esther seineeinzige Znhörerin geblieben. Getäuscht und mißmuthig hatte dieFrau schon ihr Lager gesucht, und bereitete sich mit einer Art ver-zweiflungsvoller Gleichgültigkeit zum Schlafe. Abner aber, welcherunten Schildwache stand, war durch das Geschrei aus einer sehrzweideutigen Lage anfgeschreckt worden; als er jetzt hinlänglichzum Bewußtsein gekommen war, um die Stimme des Arztes wie-der zu erkennen, wurde der Letztere mit der möglichst geringenVerzögerung eingelassen. Doktor Battins arbeitete sich durch denengen Eingang mit einer seltsamen Art von Ungeduld, und begannschon die schwierige Anhöhe zu ersteigen. Als er aber einen Blickauf den Thürsteher warf, hielt er inne, und mit einer Miene, welcheseiner Vorstellung nach von aller Autorität begleitet sein sollte,ihm zu bemerken zu geben:

Abner, es sind da gefährliche Symptvme von Schlafsucht beidir! Das zeigt sich besonders deutlich in deiner Neigung zu gäh-nen, und mag nicht allein für dich, sondern auch für deinesVaters Familie gefährlich ansfallen!"

Da irrt Ihr Euch doch ganz gewaltig, Doktor," erwiederteder Bursch, indem er wie ein träger Löwe gähnte.Ich habe keinSymptom von der Krankheit, die Ihr da nennt, an irgend einemTheile meines Leibes, und was Vater und Kinder anbetrifft, someine ich, sind sie schon seit langen Monaten mit den Blatternund den Masern fertig geworden."

Mit seiner kurzen Ermahnung selbst völlig zufrieden, hatte derNaturforscher schon zur Hälfte die Schwierigkeiten des Hinanfstei-gens überwunden, ehe der bedächtige Abner seine Rechtfertigung

11 "