Druckschrift 
4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

51

Gib Wencha die Milch der Lang-Messer, und er wird singendeinen Namen in die Ohren der großen Männer seines Stammes."

Geh," sagte der Wildsteller, indem er ihn verächtlich fort-wies.Eure jungen Leute sprechen den Namen Mahtoree. MeineWorte sind mir für die Ohren eines Häuptlings."

Der Wilde warf ans ihn einen Blick, der, trotz des schwachenLichtes, sehr deutlich eine unversöhnliche Feindschaft verkündete.Dann stahl er sich fort unter seine Gefährten, besorgt, seineAnmaßung sowohl, als die verrätherische Absicht auf eine un-gleiche Theilnng der Beute, vor dem Manne zu verbergen, wel-chen der Wildsteller genannt, und von dem er wußte, daß er sichjetzt nähere, indem Mahtoree's Name eben von Munde zu Mundeging. Kanin war Wencha fort, als ein Krieger von gewaltigerGestalt ans dem dunkeln Kreise heraustrat, und sich vor die Ge-fangenen hinstellte mit der hohen und stolzen Haltung, die einenvornehmen Indianer immer bezeichnet. Sein Gefolge begleiteteihn, und ordnete sich hinter seiner Person in tiefem und ehr-furchtsvollem Schweigen.

Die Erde ist sehr groß," fing der Häuptling nach einer Pausevoll jener wahren Würde an, die sein Abbild so kläglich sich an-znlegen versucht hatte;warum können die Kinder meines großenweißen Vaters niemals Raum darauf finden?"

Einige von ihnen hörten, daß ihre Freunde in den Prairienmancher Dinge bedürften," erwicderte der Wildsteller,und sie kom-men nun, um zu sehen, ob es wahr ist. Einige brauchen wiederumdas, was die rothcn Leute gern verkaufen mögen, und sie kommen,ihre Freunde reich zu machen, mit Pulver und wollenen Decken."

Reisen Handelsleute über den großen Fluß mit leerenHänden?"

Unsere Hände sind leer, weil Eure jungen Leute dachten, wirseien müde, und sie uns unsere Last erleichtert haben. Sie habensich geirrt, sie dachten, ich wäre alt, aber ich bin stark."

4 *