suchte er die Furcht des Mädchens zu beschwichtigen, und dieUngeduld des Jünglings zu bändigen.
„Auf Einen von uns kommen dreißig von den Teufeln!" setzteer in einer Art Episode seinen leise hingeffüstertcn Befehlen hinzu.„Sieh, steh, sie biegen um nach dem Fluß. — Still, Hund, still. —Nein, hier den Weg kommen sie nicht mehr. — Die Diebe scheinenihren eigenen Weg zu kennen! — Wären wir nur unser Sechs,Junge, wie lustig wollten wir auf sie losblasen, gerade von hieraus — nein, nein, mein Junge, — duck' unter oder sie sehen deinenKopf. — Zudem, ich bin nicht 'mal sicher, ob es auch wohl rechtsein wurde, da sie uns ja Nichts gethan haben. — Da biegen siewieder um nach dem Fluß, — nein — sie kommen die Erdschwelleherauf; — jetzt gilt es still liegen, als hätte der Athem seineSchuldigkeit abgethan, und wäre abgeschieden vom Körper!"
Während er dieß sprach, versank die Gestalt des alten Mannesin's Gras, als wäre die Trennung zwischen Körper und Seele,von der er sprach, wirklich erfolgt, und im nächsten Augenblickwirbelte auch ein Schwarm wilder Reiter mit einer so geräusch-losen Schnelligkeit an ihnen vorüber, daß man sie für einen TruppGeister hätte halten mögen. Die dunkeln, hurtigen Gestaltenwaren schon verschwunden, als der Wildsteller es wieder wagte,den Kopf so weit aufzurichten, daß er in gleicher Höhe mit denHalmen des Haidekrautes war, indem er zugleich seinen Gefähr-ten zuflüsterte, sich nicht von der Stelle zu rühren.
„Sie reiten den Hügel hinab, nach dem Lager zu," fuhr erin seiner früheren behutsamen Weise fort. „Nein, sic halten imGrunde und besprechen sich, wie die Hirsche, wenn sie Rath halten.Herr Gott, sie kehren wieder um, und wir haben's noch 'mal mitden Geschöpfen zu thun."
Noch einmal duckte er unter, in das günstige Haidekraut, undim nächsten Augenblick sah man die schwarze Truppe in Unord-nung auf den Gipfel der kleinen Erhöhung selbst reiten. Es wurde