„Nieder, nieder in's Gras, nieder ihr Beide," flüsterte derWildstetter, indem er ihnen ein Zeichen gab, hinunter zu kriechenin das hohe Haidekraut, was dichter als anderwärts nahe beiihnen wuchs. „Ihr habt weder Zeit zum Fliehen, noch genugLeute, um zu fechten, thörichter Bursche. Nieder in's Gras, wennEuch das junge Mädchen wcrth ist, oder Euer eigenes Leben."
Seine Vorstellung fand keinen Widerstand, da er sie durcheine kräftige Handlung begleitete, und der Befehl nach den Um-ständen durchaus uöthig schien. Der Mond war hinter dünnenLämmerwolken verschwunden, die so den ganzen Horizont bedeck-ten, daß nur ein schwaches, ungewisses Licht übrig blieb, um dieGegenstände zu unterscheiden. Indem der Wildstetter die ArtEinfluß über seine Gefährten ausübte, welcher der Erfahrung undSicherheit im Handeln niemals abgeht, wo cs in der Noth plötz-lich gilt, war es ihm gelungen, sie gut im dichten Grase zu ver-stecken, und jetzt mochte er bei den schwachen Strahlen des Mon-denlichts den unordentlichen Schwarm beobachten, der, wie ebenso viel Tolle, gerade auf ihn zuritt.
Eine Bande von Geschöpfen, die Teufeln ähnlicher sah, alsMenschen, zu nächtlicher Lust über die schwarze Haide jagend,kam in der That näher, auf so furchtbare Weise und in einerRichtung, daß wenig Hoffnung übrig blieb, daß nicht mindestensEiner von Allen über den Ort sprengen würde, wo der Wildstetterund seine Gefährten lagen. In Zwischenräumen brachte diesender Nachtwind ganz deutlich schallenden Hufschlag entgegen, unddann wurde cs wieder still, als Jene in unheimlicher Schnettedurch den Nebel des herbstlichen Grases fortrauschteu. Ihr An-blick gewann dadurch immer mehr etwas Gespenstiges. Der Wild-stetter kniete jetzt, nachdem er den Hund herangerufen und ihnneben sich niedergelegt, selbst in's Gras, bewachte aber doch mitscharfem Blick die Richtung, welche die Bande einschlug. Dabei