Wind und Hund dnrchgestreift sein, und das verdrießt den Hund;oder vielleicht träumt er auch. Ich hatte Euch einen Hund inKentucky, der sprang auch nach der längsten Jagd aus tiefemSchlafe auf, und auf nichts als einen bloßen,Traum. Geh' hinund kneipe ihn in's Ohr, daß das Thier sein Leben fühlt."
„Nicht so — nicht so," erwiederte der Wildsteller und schüttelteden Kopf, als verstehe er sich besser auf die Eigenschaften seinesHundes. „Junge schlafen; ja, und träumen auch, aber das Alterist immer wachsam. Dem Thiere kommt nie was Falsches in dieNase, und eine lange Erfahrung lehrt mich, auf seine Warnungenzn achten."
„Schicket Ihr ihn je auf die Spur von Aas?"
„Ich muß sagen, die Raubthicre haben mich manchmal versuchtihn loszulassen, denn zu ihrer Zeit sind sie so gierig, wie die Men-schen nach Wildpret; aber dann wußte ich auch, das verständigeThier würde schon seinen Weg finden. — Nein — nein, Hektor istein Thier, das die Wege der Menschen kennt, und wird nie aufeine falsche Spur gerathcn, wo er einer richtigen nachgehen kann."
„Nun, da haben wir ja das Geheimnis;; Ihr habt das Thierauf eine Wolfsfährte geschickt, und seine Nase hat ein besseres Ge-dächtniß als sein Herr!" sagte lachend der Bienenjäger.
„Ich habe die Kreatur Stunden lang schlafen gesehen, und sieliefen zu Rudel an ihm vorüber. Ein Wolf konnte ans seinemTrog essen, und er knurrte nicht, es wäre denn Mangel cinge-treten; denn dann hätte Hektor freilich auf sein Recht bestanden."
„Es sind Panther herabgekommen von den Bergen; ich sahbei Sonnenuntergang einen davon auf einen kranken Hirsch los-schießen. Geht rnhig, Vater, zum Hunde zurück, »nd sagt ihmdie Wahrheit, in einer Minute will ich —"
Hier ward er durch ein langes, lautes und klägliches Geheuldes Hundes unterbrochen. Es klang in der Abendluft, als obirgend ein Geist der Haide Klagetöne ausstieße, und verlor sich